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Idstein

Vorgeschichtliche Besiedlungsgeschichte in der Idsteiner Senke (VBI)

In der naturräumlich begrenzten Landschaft Idsteiner Senke (130 km²) zwischen Idstein im Süden, Bad Camberg im Norden sowie Limbach im Westen und dem sich im Osten anschließenden westlichen Hintertaunus (Rheingau-Taunus-Kreis, Kreis Limburg-Weilburg, Hochtaunuskreis) wird u. a. die Besiedlungsgeschichte der bandkeramischen Kultur landschaftsarchäologisch untersucht. Der ehrenamtliche Geschichtsforscher H. NAUK entdeckte hier, in einem ausgewählten Kleinraum von 14 km² („Goldener Grund“), bei systematischen Flurbegehungen seit 1983 über 100 vorgeschichtliche Siedlungen und Gräberfelder.

Außerdem dokumentierte er mittelalterliche Eisenverhüttungsplätze und Waldglashütten in den angrenzenden Gebieten. Unter seinen Fundstellen befinden sich auch zehn bandkeramische Siedlungen. Die Region Idsteiner Senke und Umgebung ist eine bisher von den Altertumswissenschaften nur wenig beachtete Kulturlandschaft, die wegen ihrer zum Teil sehr fruchtbaren Böden auch in Höhenlagen bis zu 400 m. ü. NN. und trotz kräftiger Reliefierung schon frühzeitig dicht und kontinuierlich besiedelt war. Der um hochaufgelöste Daten in einem Kleinraum bemühte interdisziplinäre Forschungsansatz des VBI-Projektes verspricht wesentliche neue Erkenntnisse hinsichtlich der vorgeschichtlichen Besiedlungsdichte, der Besiedlungshierarchie und damit auch der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Organisation der hier präsenten Kulturen, aber auch zur Kulturlandschafts- und Umweltgeschichte der Region.

Die Bandkeramiker öffneten auch in den hiesigen Wäldern Rodungsinseln, um dort ihre Siedlungen, Gärten und Felder anzulegen, so dass erstmals eine Kulturlandschaft entstand. Entgegen allen Erwartungen, befindet sich unter den im Untersuchungsgebiet bekannten Siedlungen auch eine rein ältestbandkeramische Gründersiedlung bei Bad Camberg, Würges. Die Ausbreitung der ältesten Bandkeramik reichte nach früherem Forschungsstand nur bis in die nordwestliche Wetterau. In Bad Camberg, Würges wurde bereits 2001 eine großflächige geomagnetische Prospektion und im August 2002 eine kleine, von der KAL mitfinanzierte Ausgrabung durchgeführt. Die Befunde, das Fundmaterial und die entnommenen botanischen Proben aus dieser Ausgrabung werden derzeit in Frankfurt und Wiesbaden aufgearbeitet.

Heute werden im Rahmen des interdisziplinären Projektes „Vorgeschichtliche Besiedlungsgeschichte in der Idsteiner Senke (VBI)“ in enger Zusammenarbeit mit der Archäologischen und Paläontologischen Denkmalpflege des Landesamtes Hessen in Wiesbaden auch im Großraum Idsteiner Senke systematisch die noch im Boden verborgenen Überreste der ersten Ackerbauern, aber auch alle Fundstellen anderer Perioden gesucht. Eine Begehungskonzeption sieht es vor fünf zusätzliche Landschaftsausschnitte als Testgebiete vollständig zu begehen, um die darin heute noch beinahe gänzlich unbekannten vorgeschichtlichen Fundstellen exemplarisch zu ermitteln.

Darüber hinaus sollen in der Region in den nächsten Jahren weitere kleine Ausgrabungen, geomagnetische Prospektionen und archäobotanische Untersuchungen durchgeführt werden. Eine solche Maßnahme betrifft die vollständige geomagnetische Prospektion des mittelgroßen bandkeramischen Weilers bei Idstein, Walsdorf, „In Klingen“. Hier wurden im Oktober 2002 bereits 4 ½ Hektar magnetisch prospektiert. Die dabei erzielten Ergebnisse zeigen die Überreste von mindestens 33 Häusern und ungezählte Siedlungsgruben. Jedoch muß die magnetische Prospektion noch fortgesetzt werden, um die gesamte Siedlungsfläche und die unmittelbar angrenzenden Areale der Siedlung vollständig zu erfassen. Die Fortsetzung der Prospektionsmaßnahmen im Herbst 2003 wird von der Kommission für Archäologische Landesforschung (KAL) e. V. finanziert.

Das Projekt VBI wird geleitet und betrieben von Dr. Christoph Schade, Greifstr. 2, 60486 Frankfurt a. M., Tel.: 069 707 94259, E-Post: schade-lindig@web.de und Dr. Sabine Schade-Lindig, Archäologische und Paläontologische Denkmalpflege des Landesamtes Hessen, Schloß Biebrich/Ostflügel, 65203 Wiesbaden, Tel.: 0611 6906176 sowie Martin Posselt (M. A.), Fürthweg 9, 64367 Mühltal-Traisa, Tel.: 06151 1369338.

Kooperationspartner sind: Dr. Angela Kreuz, Archäologische und Paläontologische Denkmalpflege des Landesamtes Hessen, Schloß Biebrich/Ostflügel, 65203 Wiesbaden, Tel.: 0611 6906213 sowie die Vereine: Historisches Camberg e. V. (VHC), Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung e. V., Zweigverein Idstein/Ts. (VNA) sowie der Bürgerverein Walsdorf e. V. und zahlreiche Einzelpersonen aus der Region.


    Friedberg     Glauberg     Bad Nauheim 1     Bad Nauheim 2     Hess. Ried  
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Oppidum Milseburg bei Hofbieber-Danzwiesen, Landkreis Fulda
Runkel-Ennerich, Kr. Limburg-Weilburg. Siedlungsplatz der jüngeren Latènezeit und Römischen Kaiserzeit (1988)
Willingshausen-Leimbach, Untersuchung 1996, Befunddetail
Altenburg bei Niedenstein, Schwalm-Eder-Kreis