Untersuchung des spätaugusteischen Stützpunktes in Lahnau-Waldgirmes, Lahn-Dill-Kreis,
(Prof. Dr. Siegmar von Schnurbein, Römisch-Germanische Kommission Frankfurt)
Das Scheitern von Roms Versuch im Jahr 9 n. Chr. (Niederlage im Teutoburger Wald), das Gebiet zwischen Rhein
und Elbe seinem Imperium einzugliedern, gehört zu den wichtigsten Wendepunkten der Geschichte Europas. Die Frage
nach den Gründen ist seit Generationen ein zentrales Thema der deutschen Geschichte. Neue Aspekte können in erster
Linie archäologische Forschungen beibringen, die einerseits für sich selbst sprechen und andererseits in der
Gegenüberstellung mit den schriftlichen Quellen zu einem veränderten Gesamtbild führen.
Die Entdeckung einer um Christi Geburt im Lahntal gegründeten römischen Stadt wirft klärendes Licht auf die
Herrschaftssituation Roms in Germanien und auf das offenkundig bereits harmonische Zusammenleben zwischen den ansässigen
Germanen und den angesiedelten Römern, denn bis zur Entdeckung von Waldgirmes kannte man nur militärische Stützpunkte in
Germanien. Der seit jeher als völlig verfrüht wirkende Auftrag an Varus, ab 7 n. Chr. Eine Provinzverwaltung aufzubauen,
erscheint plötzlich durchaus einleuchtend. Das Stadtareal und sein Umfeld gründlich zu erforschen ist Ziel des Projektes.