Das Hessische Ried in römischer Zeit, (Prof. Dr. Hans - Markus von Kaenel, Universität Frankfurt)
Konzept zur Sicherung, Erschließung und Visualisierung einer historischen Landschaft durch Archäologie und
denkmalpflegerische Maßnahmen
Nachdem in den letzten Jahren die archäologischen und naturräumlichen Grundlagen für die römische Besiedlung
im nördlichen Hessischen Ried erschlossen wurden, geht es jetzt darum, ein übergeordnetes Gesamtkonzept zum Umgang
mit den Bodendenkmälern zu entwickeln. Die mit einem solchen Konzept verbundene Erschließung einer historischen
Landschaft wird sowohl archäologische, denkmalpflegerische als auch vermittelnde Aspekte beinhalten.
Um Planungssicherheit für ein derartiges Vorhaben zu gewinnen, sind weitere Untersuchungen an exemplarischen
und akut gefährdeten Bodendenkmälern notwendig. In Absprache mit der Archäologischen Denkmalpflege Hessen sollen
die frühkaiserzeitlichen Lager bei Trebur-Geinsheim und der spätantike Burgus bei Trebur-Astheim Gegenstand einer
Reihe von Maßnahmen sein.
Da beide Denkmäler durch die fortwährende Ackerbewirtschaftung und durch Sondengänger bedroht sind, sollen
die betreffenden Areale nochmals intensiv begangen und die Erhaltungsbedingungen sowie Schichtverhältnisse der
Objekte durch gezielte Sondagen geklärt werden. Hinzu treten weitere geophysikalische Prospektionen sowie die
Gewinnung von archäobotanischem und bodenkundlichem Probenmaterial.