Vorarbeiten zur archäobotanischen Untersuchung der keltischen Saline Bad Nauheim, (Dr. Angela Kreuz, LfD Wiesbaden)
Seit 1990 sind auf zur Neubebauung vorgesehenen Flächen im keltischen Salinenbezirk des Stadtgebietes von Bad Nauheim,
Kur- und Parkstraße, Ausgrabungen durchgeführt worden, die zum größten Teil von der KAL personell unterstützt wurden.
Die Aufbereitung der Sole erfolgte in keltischer Zeit in mehreren Arbeitsgängen, die archäologisch gut dokumentiert sind.
Es ließen sich in den Grabungsflächen immer wieder zwei Funktionsbereiche differenzieren:
1) ein Vorgradierungsbereich der Sole mit Beckenstrukturen, Kanälen, Holzkästen und Steinpflastern, deren
Sedimentfüllungen auf Grund der Feuchtboden-bedingungen hervorragend erhaltenes subfossiles Pflanzenmaterial
enthalten und
2) ein Warmgradierungsbereich mit Öfen und Ascheschichten.
In allen Bereichen traten zusätzlich verkohlte Pflanzenreste (Holz, Speisereste usw.) zutage. Eine solche
Feuchtbodensituation ist für die Latènezeit in Mitteleuropa bislang singulär und ein Glücksfall für Archäologie
und Nachbarwissenschaften. Der Erhaltungszustand der Pflanzenreste erfordert nun aber rasches Handeln, da sich
zeigt, dass die Sedimentproben auf Grund ihres hohen organischen Anteils (häufig auch latrinenartiges Material)
äußerst schimmelgefährdet sind. Mittel für die technische Aufbereitung zur Sicherung der Pflanzenfunde zur zeitlichen
Überbrückung bis zu einem DFG-Antrag werden hier daher beantragt.