Archäologische Forschungen zum Rohstoffbezug der eisenzeitlichen Ringwallanlagen im Marburger „Hinterland“,
(Prof. Dr. Claus Dobiat, Universität Marburg), „Eisenköpfe“ b. Hommertshausen, gem. Dautphetal, Kr. Marburg-Biedenkopf
und Rimberg b. Caldern/Damshausen, Gem. Lahntal u. Dautphetal, Kr. Marburg-Biedenkopf.
Der Rimberg bei Caldern/Damshausen und er erst vor etwa 15 Jahren entdeckte latènezeitliche Ringwall bei
Hommertshausen liegen in einer Zone erzführender Diabase am Ostrand des Rheinischen Schiefergebirges. Die gesamte
Region zwischen Dillenburg und Battenberg war bis zu Beginn des 20. Jahrh. Durch die Metallgewinnung und –verarbeitung
geprägt.
Es muss angenommen werden, dass zahlreiche Ringwallanlagen im Zusammenhang mit einer systematischen,
jüngereisenzeitlichen Aufsiedelung dieses Gebietes und einer intensiven Rohstoffnutzung seit der späten Hallstatt-/frühen
Latènezeit stehen; andere Anlagen scheinen erst zu Beginn der Mittellatènezeit entstanden zu sein. Im Rahmen der von der KAL
angestrebten DFG-Schwerpunktforschung sollen die ressourcenbezogenen Grundlagen für die Entwicklung dieser Ringwallanlagen
in jener Region sowie die damit verbundenen gesellschaftlichen und umweltrelevanten Auswirkungen untersucht werden.
Das hier beantragte Vorhaben soll der Vorbereitung eines umfangreicheren Teilprojektes innerhalb der vorgesehenen
Schwerpunktforschung dienen und erste Erkenntnisgrundlagen schaffen. Durch kleinere Sondagen und Oberflächenprospektionen
in den Ringwallanlagen von Hommertshausen und dem Rimberg sollen Aufschlüsse über den Besiedlungsbeginn, die
Besiedlungsdauer, die Erhaltungsbedingungen für Befunde sowie über Hinweise zur Metallverarbeitung in diesen
Höhensiedlungen gewonnen werden. Die Ergebnisse werden Basisdaten liefern für das weitere Vorgehen im Rahmen des
Schwerpunktes.
Die Untersuchungen im Sommer 2002 auf den „Eisenköpfen“ b. Hommertshausen haben hierzu nicht nur erste
aufschlussreiche Erkenntnisse gebracht. Es konnten Schlacken sowie Reste von Bronzefluss gefunden werden,
die als eindeutige Hinweise auf Metallverarbeitung in der Siedlung zu werten sind. Auch datierende Keramik
wurde in ausreichender Menge geborgen. Sie lässt erkennen, dass die Siedlung seit Beginn der mittleren Latènezeit
bis in die Spätlatènezeit hinein genutzt wurde.